Wie reagiert ein Baum auf Verletzungen?

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Bäume können Wunden nicht heilen, sondern müssen sich anders behelfen. Sie können nur die Wunde nach außen hin überwallen und nach innen abschotten.

Wie funktioniert die Abschottung?

Im Kernholz findet nur eine pauschale Abwehr gegen Mikroorganismen durch die Einlagerung von Tanninen, Gerbstoffen und anderen sekundären Pflanzenstoffen statt. Im Splintholz kann sich der Baum aktiv mittels Abschottung wehren.

Der Vorgang der Abschottung wird durch das CODIT-Model erklärt ( Compartementalization of Decay in Trees; Kompartimentierung von Fäulen im Baum) nach Dr. Alex Shigo.

Durch mechanische Verletzungen oder Pilze werden die Abschottungszonen aktiviert.

Wand 1: verhindert die vertikale Ausbreitung durch Verschluß der Gefäße

Wand 2: verhindert die Ausbreitung nach innen u.a. durch Einlagerung chem. Substanzen

Wand 3: verhindert die seitliche Ausbreitung durch Aktivierung der Markstrahlen

Wand 4: wird vom Kambium neu gebildet und verhindert eine Ausbreitung nach außen

Die Wirksamkeit dieser Zonen ist abhängig vom Alter der Bäume, Zeitpunkt der Verletzung, Baumart, Standort und Vitalität des Baumes.

Aufgrund dieser Kenntnisse sollten wir die Durchmesser von Schnittstellen so klein wie möglich halten. Im Kernholz kann sich der Baum nicht mehr aktiv gegen die mikrobiellen Angreifer wehren und die Fäule kann ungehindert voranschreiten.